Gedicht für Petra zu – Sitzende Studie von A. Quenzel

Sitzende Studie

Gemälde von Andrea Quenzel

Sitzende Studie

Sitzt schon viel zu lang

vorm unbequemen Gang,

ständig auf dem Sprung,

noch unerfahren jung.

Blau vor roter Glut,

kalt im Meer der Wut,

spürt sie die Gewichtung,

kennt doch nicht die Richtung.

 

Sag ihr wo du stehst,

welchen Weg du gehst,

nimm sie an die Hand

in ein neues Land.

V. Göttel für Petra

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Gemälde ohne Titel – Andrea Quenzel

 

Wie groß für Dich Du seist,

vorm Ganzen bist Du nichtig;

doch als des Ganzen Glied bist Du

als kleinstes wichtig.

Friedrich Rückert

 

o.T.

Schutzengel – Er mag mich, er mag mich nich´

Schutzengel

Schutzengel

Er mag mich, er mag mich nich´,

beschützt er nur andere, beschützt er nur mich?

Wo hat er die Augen beim Leid dieser Welt?

Wenn Engel nichts taugen, dann hilft auch kein Geld!

Ich mag dich, ich mag dich nich´,

beschützt du nur andere, beschützt du nur mich?

Feuer und Vulkane, das Beben, eine Welle,

… alles nur Schikane, die Atomkraft einer Zelle?

Er mag uns, er mag uns nich´,

beschützt er nur andere, beschützt er nur dich?

Trockenheit der Wüste, Leid durch Eis und Schnee,

Hochwasser der Küste, an Land ein trockner See?

Sie mögen ihn, sie mögen ihn nich´,

wenn er nichts nützt,

schäme er sich!

 

V. Göttel

 

Thias – Andrea Quenzel

Ein König der Assyrer und in der griechischen Mythologie ist Thias der Vater von Myrrha und Adonis. Adonis ist auch der Sohn der Myrrha, so dass die aktuellen „Vater – Tochter – Fälle“  also keine modernen Peinlichkeiten sind. Was immer auf der Welt passiert, nicht alles lässt sich erklären.

Auf der Suche nach Babynamen ist Thias ein männlicher Vorname, nach dem fast nie im Internet gesucht wird und seine heutige Bedeutung wird lieber von Matthias abgeleitet, wer will schon diese Verbindung zur griechischen Mythologie für sein Baby. Bei der Namensgebung sollte man daher bedenken:

„Man sollte die Welt so nehmen wie sie ist, aber nicht so lassen.“  (Ignazio Silone)

Fliegen

Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur.

Freude, Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr.

Blumen lockt sie aus den Keimen, Sonnen aus dem Firmament,

Sphären rollt sie in den Räumen, die des Sehers Rohr nicht kennt.

Froh, wie seine Sonnen fliegen durch des Himmels prächt´gen Plan,

wandelt, Brüder, eure Bahn, freudig wie ein Held zum Siegen.

(Friedrich von Schiller)

 

Fliegen

Fliegen

Fliegen heißt die starke Sehnsucht, in der Seele des Merkur,

hoch und höher wird die Weltflucht, Trauer bleibt am Boden nur.

Amor fliegt bis in das Weltall, kommt vielleicht nie mehr zurück,

zieht zum heißen Sonnenball und zeigt uns das Himmelsglück.

Oben, unten und dazwischen, gibt es eine eig´ne Kraft,

Zeit und Rotation verwischen, die das ganze Leben schafft.

(V. Göttel)

Zerrissen – Andrea Quenzel

Versäumter Augenblick

Ein Mensch, der beinah mit Gewalt

Auf ein sehr hübsches Mädchen prallt,

ist ganz verwirrt; er stottert, stutzt

und lässt den Glücksfall ungenutzt.

Was frommt der Geist, der aufgespart,

löst ihn nicht Geistesgegenwart ?

der Mensch übt nachts sich noch im Bette,

wie strahlend er gelächelt hätte.

(Eugen Roth)

  • Männer können analysiert werden, Frauen nur angebetet. (Oscar Wilde)
  • Es lebt ein anders denkendes Geschlecht. (Friedrich von Schiller) 
  • Der ganze Unterschied ist in den Röcken. (Friedrich von Schiller)
  • Die moderne Frau versteht alles – ausgenommen ihren eigenen Mann. (Oscar Wilde)

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Der Schwan – Andrea Quenzel

Der Schwan

(V. Göttel) 

Der Schwan zieht seine Kreise,

der Himmelsheader blau,

beflügelt Leda leise,

der Abend ist noch lau.

Was später noch geschehen,

entzieht sich jedem Blick,

man hat noch nichts gesehen,

von Ledas Liebesglück.

Der Morgen hat sie wieder,

ein weißes Kreuz geht auf

und traumvoll schwere Lider,

nehmen das Licht in Kauf. 

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